Dorfgemeinschaft setzt sich für Natur und Umwelt ein

Dorfbrunnen

16.08.2010
Umweltministerin Margit Conrad zeichnete heute die Ortsgemeinde Rumbach im Landkreis Südwestpfalz mit dem Sonderpreis für „Vorbildliche ökologische Leistungen in der Gemeinde“ aus. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte die Ministerin eine Urkunde und einen symbolischen Scheck in Höhe von 3000 Euro. Verliehen wird der Sonderpreis im Zusammenhang mit dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

In Ihrer Ansprache betonte die Umweltministerin das beeindruckende Umweltbewusstsein und das enorme Engagement von Gemeindeverwaltung und Bürgerschaft: „Mit Rumbach zeichnen wir heute eine Gemeinde aus, die ihre Verantwortung für eine nachhaltige Ortsentwicklung ernst nimmt und sich für Natur und Umwelt einsetzt. Ein Engagement, das ganz wesentlich dazu beiträgt, die Lebensqualität vor Ort zu steigern und für künftige Generationen zu sichern. Auf diesem Weg hat die Dorfgemeinschaft dafür gesorgt, dass Rumbach nicht nur für die Besucherinnen und Besucher attraktiv bleibt, sondern vor allem für seine Bewohnerinnen und Bewohner selbst.“

Die Wohn- und Tourismusgemeinde Rumbach (Verbandsgemeinde Dahner Felsenland) mit rund 480 Einwohnern liegt inmitten des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservates Pfälzerwald- Nordvogesen. Große Teile der Gemarkung sind als Natura 2000 Schutzgebiete ausgewiesen. Sie spielen eine wichtige Rolle für gefährdete heimische Pflanzen- und wildlebende Tierarten. Bürgerschaft und Verwaltung der Gemeinde sind sich dieses Naturkapitals bewusst und setzen sich deshalb seit Jahrzehnten mit vielen vorbildlichen Aktivitäten für den Natur- und Landschaftsschutz ein. Ihrem Engagement ist es u.a. zu verdanken, dass sechs für die Dorfidentität wichtige offene Laufbrunnen reaktiviert werden konnten und zwei Dorfteiche zu einem naturnahen Feuchtbiotop umgestaltet wurden.

Als Lebensraum für die dorftypischen Pflanzen und Tiere dienen auch die hausnahen, vorbildlich gestalteten Bauerngärten, die allerorts offenen, gut zugänglichen Ställe und Scheunen sowie die vielen heimischen Bäume im Ort. Außerdem unterstützt die Gemeinde den Schutz der hochgradig gefährdeten Fledermaus durch artgerechten Ausbau und Vergitterung ortsnaher alter Stollen. Hervorzuheben ist auch die ehrenamtliche Pflege der Wanderwege und Erholungseinrichtungen oder der Streuobstbestände und der Nistkästen. Das Naturverständnis der Bürgerschaft und der Feriengäste wird mit geführten Natur- und Wildbeobachtungen gefördert.

Bemerkenswert sind zudem verschiedene Initiativen auf dem Sektor der erneuerbaren Energien. Fotovoltaikanlagen wurden auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses und an Privatgebäuden errichtet, viele Privathäuser verfügen über Solarkollektoren für Warmwasser und zur Heizungsunterstützung. Auch heizen etliche Haushalte mit Holz aus den umliegenden Wäldern.

Die Gemeinde Rumbach wurde im Jahre 2000 schon einmal mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Conrad „Ich bin beeindruckt von der Ausdauer und Kontinuität, mit der die Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Ihrer tüchtigen Ortsverwaltung seit Jahren ideenreiche Beiträge zur Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten. Im Internationalen Jahr der Artenvielfalt kommt diesen ein besonderer Stellenwert zu.“

Quelle: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten - Foto: © K.Faul

EINE WELI Hauptstadt des fairen Handels Rumbach ist erste Fairtrade Gemeinde Sonderpreis Innenentwicklung Sonderklasse Gold Landesentscheid Auszeichnung für vorbildliche ökologische Leistungen Rumbach gewinnt Silber 23.Bundeswettbewerb